Frankreich verbietet E171 in Lebens­mitteln – eine umstrittene Entschei­dung

Dass Frankreich verboten hat, Titandioxid als Zusatzstoff E171 in Lebensmitteln einzusetzen, ist europaweit sehr umstritten. Hinter dem Verbot steht die Angst, dass das im Lebensmittel verwendete Titandioxid ein Nanomaterial sei und der Gesundheit schaden könne – obwohl dies wissenschaftlich nicht belegt ist.

Die für die Lebensmittelsicherheit zuständige europäische Behörde EFSA (European Food Safety Authority) hat sich im Jahr 2016 die Studien zu Titandioxid im Rahmen einer Überprüfung aller zugelassenen Lebensmittelfarbstoffe angesehen und die Verwendung in Lebensmitteln als gesundheitlich unbedenklich bewertet. Übrigens hat auch die Europäische Chemiekalienagentur ECHA, die europaweit für die Zulassung von Chemikalien zuständig ist, im Einstufungsverfahren von Titandioxid festgestellt, dass die Aufnahme über den Mund oder auch der Kontakt mit der Haut unbedenklich ist. Aus eben diesem Grund wurde die CLP-Einstufung von Titandioxid auch auf die Inhalation von Pulvern beschränkt.

Verbot trotz Freispruch

Trotzdem hat die französische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Umwelt- und Arbeitsschutz ANSES Bedenken geäußert, dass der Lebensmittelzusatzstoff schädlich sein könnte, und auf ein europaweites Verbot gedrängt.

Das Expertengremium der EFSA hat sich daraufhin nochmals intensiv mit den Studien auseinandergesetzt und festgestellt, dass diese nicht für eine Bewertung des Lebensmittelzusatzstoffes E171 herangezogen werden können, denn: Das in den Studien verwendete Titandioxid entspricht nicht dem Titandioxid, welches in Lebensmitteln Einsatz findet. E171 ist, wie die EFSA im Jahr 2019 auch nach einer Untersuchung der Partikelgrößenverteilungen in verschiedenen Proben des Lebensmittelzusatzstoffes feststellte, kein Nanomaterial. Daher blieb die EFSA als zuständige Behörde in der EU bei ihrer Einschätzung: Der Lebensmittelfarbstoff E171 ist unbedenklich. Trotzdem verbannen einige Lebensmittelkonzerne unter dem Druck von NGOs und Medien nun Titandioxid aus ihren Produkten.

Pfeil zurück zur Übersicht